Home » Ukraine-Krieg: Daimler Truck stoppt Kooperation mit russischem Lkw-Bauer

Ukraine-Krieg: Daimler Truck stoppt Kooperation mit russischem Lkw-Bauer

  • by

Ukraine-Krieg
Daimler Truck stoppt Kooperation mit russischem Lkw- und Panzerhersteller Kamaz

Die Produktion von Fahrerkabinen durch Daimler Truck und Kamaz in der russischen Stadt Nabereschnyje Tschelny

Die Produktion von Fahrerkabinen durch Daimler Truck und Kamaz in der russischen Stadt Nabereschnyje Tschelny. Das deutsche Unternehmen hat die Geschäfte wegen des Ukraine-Kriegs komplett eingestellt.

© TASS | Yegor Aleyev / Picture Alliance

Mit dem Ukraine-Krieg und der wachsenden Spannungen zwischen Russland und dem Westen zieht Daimler Truck Konsequenzen; der Konzern hat sein gesamtes Russland-Geschäft vorerst eingestellt. Es hält Anteile am russischen Panzerwagenhersteller Kamaz.

Kamaz, der größte Lkw-Hersteller in Russland, ist einer der führenden Hersteller von Militärfahrzeugen. Mercedes-Benz ist dabei mit 15 Prozent an Kamaz beteiligt, Daimler Truck kooperiert mit dem Panzerwagenhersteller. Wegen des Ukraine-Kriegs hat es nun scharfe Kritik gegeben.

Der Konzern hatte sich zunächst bedeckt gehalten. “Es ist zu früh, um die Konsequenzen der aktuellen Ereignisse abschließend zu bewerten”, sagte ein Konzernsprecher vor wenigen Tagen. Jetzt hat der weltgrößte Lkw-Hersteller jedoch alle geschäftlichen Aktivitäten in Russland vorerst eingestellt. “Es wird nichts mehr gebaut und nichts mehr geliefert”, sagte ein Sprecher von Daimler Truck gegenüber der “Süddeutschen Zeitung”.

Auf Twitter schrieb der Konzern am Montag: “Wir stehen klar für eine friedliche globale Zusammenarbeit und lehnen jede Form vom militärischer Gewalt kategorisch ab.” Das Unternehmen werde die Situation genau beobachten und seine Entscheidung regelmäßig überprüfen. “Selbstverständlich werden wir alle Maßnahmen der deutschen Regierung und der EU befolgen”, so Daimler Truck.

Indes betreffen neue EU-Sanktionen gegen Russland auch kamaz. Und die Sanktionen der britischen Regierung richten sich unter anderem gegen Rostec, ein Rüstungskonzern im russischen Staatsbesitz, der mit rund 47 Prozent zugleich der größte Anteilseigner von Kamaz ist.

Daimler Truck seit Dezember von Mercedes Benz gelöst

Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), forderte ein sofortiges Ende der Kooperation mit Kamaz. Er sagte im “Handelsblatt”: “Mercedes-Benz muss diese Beteiligung bereinigen. Das hätte eigentlich schon vor Jahren passieren müssen, aber jetzt ist der späteste Zeitpunkt.”

Bereits aus ökologischen, sozialen und ethischen Standards heraus verbiete sich das Engagement bei Kamaz, so Tüngler. Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine müsse Mercedes endgültig Konsequenzen ziehen. “Das geht nicht. Die Vorstände müssen ihren Laden jetzt sauber halten.”

Mercedes-Benz hatte das Lkw-Geschäft von Daimler Truck im Dezember aus dem Konzern herausgelöst. Allerdings ist die Abspaltung noch lange nicht vollständig abgewickelt. Zwei Manager von Daimler Truck sind im Verwaltungsrat von Kamaz vertreten. Zudem betreibt der deutsche Lkw-Hersteller mit den Russen ein Gemeinschaftsunternehmen zur Montage von Lastwagen für den russischen Markt. Daimler Truck kooperiert nach eijenen Angaben seit 2012 mit dem russischen Lkw-Hersteller und beliefert diesen mit Teilen für zivile Fahrzeuge.

Quellen:Handelsblattmit Material der dpa

nk

Leave a Reply

Your email address will not be published.