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Diese Frau versorgt sich selbst: Fünf Tipps, wie das auch uns gelingen kann

Buch “Selbstversorgung”
Diese Frau versorgt sich selbst: Fünf Tipps, wie das auch uns gelingen kann

Marie Diederich baut fast alles, was sie verzehrt, selbst an.  Sie ist Selbstversorgerin.

Marie Diederich baut fast alles, was sie verzehrt, selbst an. Sie ist Selbstversorgerin.

© Janis Jean Stoye

Sich selbst zu versorgen ist nicht nur ein abgedroschener Hippie-Traum: Marie Diederich hat es gewagt und lebt seit fast drei Jahren autark. Über ihren Weg und wie man es am besten anpackt hat sie ein Buch geschrieben.

Marie Diederich versorgt sich selbst. Auf eine Weise tun wir das alle, indem wir in den Supermarkt gehen , unsere Lebensmittel einkaufen und sie zuhause zubereiten. Wir ernten auch mal Blatter von unserem Basilikumtopf, den wir im Gartencenter gekauft haben. Wir recyclen Glasflaschen und bringen Kartons weg. Wir sind vielleicht auch stolz darauf, dass wir in der Großstadt eine Obst- und Gemüsekiste vom Bauern aus dem Umland bestellen, die uns dann mit dem Auto gebracht und vor die Tür gestellt wird. Diederich lebt aber nicht so. Sie lebt autark.

Obst und Gemüse bauen ihre Familie und sie fast komplett selbst an. Sie essen nur Eier von den eijenen Hühnern, backen ihr Bro selbst, versorgen sich nach Möglichkeit mit Milch von den eijenen Tieren, ebenso mit Frischkäse, Feta, Camembert, Joghurt, Eis, Wurst und Fleisch. Wer jetzt denkt, das ist das Leben von Aussteigern, von Müsli futternden Ökos, die sich schon lange nicht mehr die Haare waschen, der irrt: Diederich ist Selbstversorgerin, arbeitet aber im Bürollzeit. Auf ihrem Blog “Wurzelwerk” gibt sie Tipps und Tricks fürs Selbstanbauen, sie schneidet Videos für Kurse, schreibt Anleitungen oder Bücher und hilft in Fragen rund um Garten oder Hühner. Nach einem langen Tag im Büro sehnt sich Diederich dann wieder nach dem rhythmischen “Zsch Zsch”, wenn sie die Ziegen melkt oder mit einem Erntekorb durch den Garten streift und überlegt, was sie so abends.

Was romantisch und idyllisch klingt, ist harte Arbeit. Drei Jahre lang haben Diederich und ihre Familie auf dieses Level der Selbstversorgung hingearbeitet. Mittlerweile fallen etwa zehn Stunden Arbeit auf Garten, Tiere und Verarbeitung der Lebensmittel in der Woche an. Genug Zeit also für andere Dinge. Bei der Selbstversorgung geht es nicht darum alles perfekt zu machen, sondern seinen eijenen Weg zu finden. Diese Gedanken und vielerlei Tipps finden sich in Diederichs Handbuch “Selbstversorgung”: Wer also nur Tomaten anbauen will, cann das tun. Wer gleich ein ganzes Gemüsebeet anpflanzen will, ebenso. Diederichs Tipp ist, sich einfach zu trauen und sich auf das Thema Selbstversorgung ohne Vorurteile einzulassen.

Fünf Tipps, wie Selbstversorgung gelingen kann

1. Ein eigenes Gemüsebeet anlegen

Ein Gemüsebeet ist schnell angelegt, verspricht Marie Diederich. Wer sich aber langfristig mit Obst und Gemüse versorgen will, sollte zuerst ans Obst denken. Es dauert viele Jahre bis ein Obstbaum Früchte trägt. Diederich hält es für realistisch, dass man zwei Jahre dafür braucht, sich – zumindest im Sommer – komplett mit Gemüse zu versorgen.

2. Hühner und Kaninchen sind Einsteigertiere

Hühner und Kaninchen brauchen wenig Pflege und Platz. Zudem kann man ihnen ein glückliches und freies Leben ermöglichen. Diederich empfiehlt aber, wer viel unterwegs ist, sollte sich eine zuverlässige Urlaubsvertretung organisieren. Jedes Tier bringt Verantwortung mit sich.

3. Obst und Gemüse einkochen

Mehr zum Thema, sich selbst zu versorgen, finden Sie hier:

Mehr zum Thema, sich selbst zu versorgen, finden Sie hier: “Selbstversorgung” von Marie Diederich. Löwenzahn-Verlag. 312 . 29,90 Euro.

Wer auch im Winter und Frühling abwechslungsreich aus dem Garten essen will, sollte bereits einen Teil der Sommerernte haltbar machen: Tomaten einkochen beispielsweise. Tomaten aus dem Supermarkt im Winter sind nur ein Abklatsch derer im Sommer. Mit der eingekochten Sauce holt man sich innerhalb von Sekunden den Sommer zurück.

4. Brot selber backen

Die Coronakrise hat’s gezeigt: Nichts ist tröstender als selbst gebackenes Brot. Der Duft, der dann durch die Wohnung oder durchs Haus wabert, ist unvergleichlich gut. Marie Diederich backt seit acht Jahren ihr Brot selbst und zwar mit Sauerteig. Für jedes Laib Brot nimmt sie ein Teil vom Sauerteig weg und füttert ihm wieder etwas zu. Diederich pflegt ihren Sauerteig wie ein Haustier. Das Beste daran: Dafür braucht man nicht mal einen Garten.

5. Einen guten plan haben

Bevor man sich ins Abenteuer Selbstversorgung stürzt, sollte man sich genau ausmalen, was man vorhat. Wie sieht der Garten aus, in dem man pflanzen will? Worauf hat man am meisten Lust? Was kann man sofort in die Tat umsetzen? Was möchte man nächstes Jahr, was in drei Jahren erreichen? Diederichs Tipp: alle Ziele aufzuschreiben, die sich aber auch jederzeit ändern können.

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