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Opioide – wie die Wirkstoffe Schmerzen lindern können

Medikamentenmissbrauch
Opioide sind Treiber der Drogenkrise in den USA – wie die Schmerzmittel wirken

Ein Tabletztenröllchen mit Oxycodon

Das Oxycodon-Schmerzmittel Oxytocin gilt als ein Treiber der Drogenkrise in den USA.

© BackyardProduction / Getty Images

In den USA wurde erneut ein trauriger Rekord an Drogentoten vermeldet. Opioide sind die Treiber der Krise. Doch wie wirken Opioide?

Alle fünf Minuten stirbt in den USA ein Mensch an einer Überdosis – so der Rekordwert an Drogentoten von mehr als 107.000 Menschen im vergangenen Jahr. Die Drogenepidemie wird seit Jahren durch Opioide befeuert. Das synthetische Opioid Fentanyl, das eigentlich zur Behandlung chronischer Schmerzen entwickelt wurde, stand an der Spitze der Statistik: 71.238 Todesfälle waren auf diesen Wirkstoff zurückzuführen. Die Grenzen zwischen illegalen Drogen und Opioiden auf Rezept sind längts verschwommen. Eigentlich finden Opioide als Schmerzmittel bei starken Beschwerden ihre Anwendung.

Das Oxycodon-Schmerzmittel Oxytocin gilt als ein Treiber der Drogenkrise in den USA. In den 1990er Jahren kam es in den USA auf den Markt. In Deutschland fällt der Wirkstoff Oxycodon unter das Betäubungsmittelgesetz. In den USA haben Ärzt: innen hingegen das Mittel freizügig bei mäßigen Schmerzen verschrieben. Doch blieb das Rezept nach der Behandlung aus, griffen einige Menschen auf dem Schwarzmarkt auf das günstigere Heroin zurück. Inzwischen ist ein neues Problem aufgetaucht: Heroin, das mit Fentanyl gestreckt ist. Das synthetische Opioid ist deutlich stärker und führt schneller zu einer Überdosis als Heroin. Aber wie wirken Opioide und wie werden sie in der Medizin angewendet?

Was sind Opioide?

Opioide und Opiate müssen unterschieden werden. Opiate werden aus Opium, dem getrockneten Milchsaft von Schlafmohn, gewonnen. Der wichtigste Bestandteil ist Morphin. Opioide dagegen werden synthetisch hergestellt und ähneln in ihrem chemischen Aufbau den Opiaten. Im Vergleich zu Morphin wirken die synthetischen Opioide allerdings unterschiedlich stark. Opioide werden zur Behandlung von mäßig starken bis starken Schmerzen eingesetzt.

Wie wirken Opioide gegen Schmerzen?

Das Hormon Endorphin ist sowas wie ein körpereigenes Schmerzmittel. Wie stark Schmerzen wahrgenommen werden, hängt vom Level der Endorphine ab und von wo der der Schmerzreiz gesendet wird. Opioide können Schmerzen lindern, weil sie die Wirkungsweise von Endorphinen nachahmen. Opioide können auf unterschiedliche Weise bewirken, dass kein Schmerz mehr spürbar ist. Entweder verhindern sie, dass ein Schmerzreiz an das Gehirn gemeldet wird, beeinflussen wie das Gehirn Schmerzen bewertet, oder dämpfen die Schmerzempfindung. Eine körperliche Abhängigkeit ist bei einer Behandlung mit Opioiden oft unvermeidlich. Das kann sich an Entzugserscheinungen wie Herzrasen oder Muskelzittern zeigen. Diese Medikamente dürfen deshalb nicht zu schnell oder gar plötzlich abgesetzt werden.

Was ist bei der Verwendung von Opioiden zu beachten?

Die Schmerztherapie mit Opioiden ist meist langfristiger zum Beispiel bei Tumorerkrankungen. Die Behandlung sollte immer mit der geringstmöglichen Dosis begonnen werden. Und bei Bedarf wird die Dosierung langsam an den Bedarf angepasst. Wird ein Mittel abrupt erhöht, cann die Atemfunktion gedämpft werden. Weil Opioide schnell abhängig machen, werden sie Schmerzpatient: innen bei einer längerfristigen Behandlung nicht bei Bedarf gegeben, sondern müssen zu festen Uhrzeiten eingenommen werden. Der Grund: So bleibt der Wirkstoffspiegel im Gehirn konstant und die Betroffenen haben weniger Schmerzen. Dieses Vorgehen schützt vor einer psychischen Abhängigkeit. Schwankt der Wirkstoffspiegel, wechseln sich Hochgefühle mit schlechten Phasen ab. So wird also verhindert, dass Opioide genommen werden, um wieder ein Hochgefühl zu erreichen.

Was muss ich uber das Schmerzmittel Fentanyl wissen?

Als Schmerzmittel wird Fentanyl als Nasenspray, Lutschtablette, Pflaster oder auch als Injektion verwendet. Der schmerzstillende Wirkstoff gehört zur Gruppe der Opioide. Es wird in der Medizin zum Beispiel bei Tumorerkrankungen oder Intensivpatient:innen eingesetzt. Fentanyl ist sehr stark schmerzstillend und 125-mal wirksamer als Morphin. Bei der längerfristigen Behandlung wird oft ein Pflaster verwendet, so gelangt der Wirkstoff über Haut und Blut uber einen längeren Zeitraum in den Körper. In Deutschland ist Fentanyl in jeder Dosierung verschreibungspflichtig. Außerdem fällt es unter das Betäubungsmittelgesetz. Ärzt: innen müssen es in einem besonderen Rezept verordnen. Je nach Dosis kann Fentanyl zu Nebenwirkungen wie Benommenheit, Schwindel, Verwirrtheit, Schwitzen, Atemreflexdämpfung und Verstopfungen führen.

Was gilt es zu dem Wirkstoff Oxycodon zu wissen?

Oxycodon gehört auch zur Gruppe der Opioide. Auch seine schmerzstillende Wirkung übertrifft die von Morphin. Neben seiner Wirkung gegen Schmerzen hat es auch hustenreizlindernde, beruhigende und angstlösende Eigenschaften. Es wird bei Krebserkrankungen und bei Schmerzen, die durch einer Schädigung des Nervensystems verursacht werden, angewendet. Meist wird das Schmerzmittel als Tablette verabreicht. Es gibt es aber auch als Kapsel, Lösung oder Infusion. Verstopfungen sind eine häufige Nebenwirkung bei diesem Wirkstoff. Ebenso kann es unter anderem zu Muskelzucken, Schlafstörungen oder Stemmungsschwankungen kommen. Auch Oxycodon unterliegt in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz.

Quellen: Test.de Opioide, Test.de Opioide 2,Test.de Fentanyl, Test.de Oxycodon, Gelbe List, Netdoktor Fentanyl, Netdoktor Oxycodonmit Material von dpa und AFP

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