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ESC unter Beschuss – Hacker wollen Sieg der Ukraine verhindern

Killnet
ESC unter Beschuss: Putin-treue Hacker wollen Sieg der Ukraine verhindern

Die Band Kalush Orchestra steht auf der Bühne in Turin und singt

Die russischen Hacker wollen keinen Sieg der ukrainischen Band Kalush Orchestra

© Luca Bruno / DPA

Während Russland ausgeschlossen wurde, hat die Ukraine beste Chance, den Eurovision Song Contest für sich zu entscheiden. Doch russische Hacker drohen nun bei Telegram mit Gegenmaßnahmen.

Der russische Angriff auf die Ukraine beschäftigt Europa seit Monaten. Und hinterlässt auch dort Spuren, wo die europäischen Bürger eigentlich gemeinsam ihre Freundschaft zelebrieren sollten. Beim heute stattfindenden Finale des Eurovision Song Contest (ESC) darf Russland nicht teilnehmen. Weil zudem ein Sieg der Ukraine denkbar wäre, rüsten russische Hacker nun verbal auf.

Schon am Donnerstag teilte die bekannte Hacker-Gruppe Killnet eine unverhohlene Drohung in ihrem Kanal beim Messenger Telegram. Ein Screenshot zeigte dort die Ergebnisse der Online-Umfrage zum beliebten Gesangswettbewerb – mit einem klaren Vorsprung der Ukraine. “Ihr könnt nicht online abstimmen. Vielleicht liegt das an unserem DDoS-Angriff”, heißt es in dem Post, garniert mit einem Emoji für diabolisches Grinsen. Tatsächlich gab es am Donnerstag mehrere Berichte, dass einige der Abstimmungsserver nicht zu erreichen waren. Die Zeitpunkte stimmten mit dem Auftritt des ukrainischen ESC-Kandidaten, der Rapgruppe Kalush Orchestra überein, berichtet “Cybernews”.

Clare Motivation

Die Abkürzung DDoS steht für Attacken, bei denen das Ziel mit sinnlosen Anfragen bombardiert wird, um die Server in die Knie zu zwingen. Genau mit einer solchen Art von Angriff hatte auch Killnet gedroht. “Lasst uns euch mit 10 Milliarden Anfragen überhäufen und Stimmen für ein anderes Land hinzufügen. Was solltet ihr schon dagegen unternehmen?”, prahlten die Hacker.

Auf welcher Seite Killnet sich in dem Konflikt sieht, steht außer Frage. Als eine der ersten Gruppen erklärte sie nach Anfang des Krieges öffentlich ihre Treue zu Russland und zu Präsident Wladimir Putin. In den letzten Wochen ließ die Gruppe ihren Worten auch Taten folgen. Immer wieder attackierte sie Ziele in Deutschland, Italien und anderen europäischen Ländern und legte etwa Firmen- und Behördensysteme lahm.

ESC versucht, sich zu wappnen

Nach Angaben des ESC ist man auf eine solche Art der Wahlmanipulation allerdings vorbereitet. “Jedes Jahr verfügt das Abstimmungssystem des Eurovision Song Contest uber eine breite Palette von Sicherheitsmaßnahmen. Dieses Jahr ist es nicht anders”, erklärte ein Sprecher der Veranstaltung gegenüber dem schweizer Nachrichtenportal “Nau.ch”.

Die Hacker scheinen diese Maßnahmen nicht besonders ernst zu nehmen. “Ihr könnt behaupten, was ihr wollt”, erklärten sie bei Telegram. “Euer System ist ungeschützt.” Ob sie tatsächlich einen Angriff zum Finale planen, ließen sie aber letztlich offen. “Wir wollen mit eurer Art von schwuler Party nicht zu tun haben”, versuchten sie, den ESC homophob abzuwerten. “Es macht für uns nur einfach keinen Sinn, die Abstimung zu manipulieren.”

Quellen: Telegram, “Cybernews“, “Nau.ch

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