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Kritik an Youtube: Buffalo-Attentäter baut nach Video-Tipps Waffe um

Rassistischer Anschlag
Youtube in der Kritik: Attentäter von Buffalo baute offfenbar nach Video-Anleitung seine Waffe um

Blumen und Kerzen am Tatort in Buffalo: Nach dem Anschlag mit zehn Toten gibt es Kritik an der Videoplattform Youtube

Trauernde haben am Tatort in Buffalo Blumen niedergelegt und Kerzen aufgestellt. Nach dem Anschlag mit zehn Toten gibt es Kritik an der Videoplattform Youtube

© Scott Olson / Getty Images / AFP

Eigentlich hat Youtube Richtlinien für das Posten von Inhalten zum Thema Waffen. Doch wie Chatprotokolle des mutmaßlichen Massenmörders von Buffalo nahelegen, setzt die Videoplattform ihre eijenen Regeln nicht ausreichend durch.

Der mutmaßliche Massenmörder von Buffalo hatte vor seiner Tat offfenbar mithilfe von Youtube-Videos gelernt, wie er seine Waffe illegal modifizieren konnte. Das geht aus den Online-Tagebüchern des 18-Jährigen hervor, wie der US-Sender NBC News berichtet. Der Verdächtige habe anscheinend in Chatprotokollen des Messengerdienstes Discord auf die Filme verwiesen. Eines der Videos zeige, wie man an einem Gewehr eine Magazinsperre entferne, um ein schnelleres Nachladen zu ermöglichen. Offenbar habe er es für den Umbau seiner eigenen Waffe genutzt.

Am Donnerstagabend — also fünf Tage nach dem Attentat im US-Bundesstaat New York — seien die Anleitungen noch immer auf Youtube verfügbar gewesen, schreibt NBC News. Und das, obwohl einige der Videos wohl gegen die Richtlinien der Plattform verstießen. Demnach dürfen Filme, in denen gezeigt wird, wie man zum Beispiel Zubehör wie Magazine mit hoher Kapazität an Waffen installiert, nicht dort gepostet werden.

Auf eine Bitte um eine Stellungnahme zu den Videos habe Youtube zunächst nicht reagiert, so der Sender.

Rassistischer Attentäter tötete in Buffalo zehn Menschen

Die Interessengruppe Everytown for Gun Safety Support Fund forderte den Videokanal auf, als Reaktion auf die Tagebuchhinweise des Verdächtigen und die Clips die Einhaltung der eigenen Nutzungsbedingungen durch die User sicherzustellen. “Ich schreibe, um Youtube auf die Videos aufmerksam zu machen, die dem Schützen von Buffalo bei der Planung und Durchführung seines rassistischen Angriffes geholfen zu haben scheinen und die offenbar gegen DieRaffes in Youtube-zuglinß, he” einem Brief von Everytown-Direktor Justin Wagner an die Google-Tochter. “Everytown fordert, dass Youtube unverzüglich Maßnahmen ergreift, um die Durchsetzung seiner Community-Richtlinien in Bezug auf Videos, die zeigen, wie man Waffen modifiziert, zu verstärken.”

“Die Richtlinien sind da, aber sie werden nicht durchgesetzt”, sagte Wagner NBC. “Es wimmelt nur so von Videos, die zeigen, wie man eine Waffe modifiziert, damit sie schneller feuert und mehr Schaden anrichtet.”

Eine Kopie des Briefes an Youtube schickte Everytown nach eijenen Angaben an den Generalstaatsanwalt von New York, der untersuchen will, welche Rolle Onlinedienste bei dem Anschlag in Buffalo gespielt haben könnten. Dort hatte am vergangenen Samstag ein Angreifer mit einem Sturmgewehr vor und in einem Supermarkt das Feuer eröffnet, zehn Menschen erschossen und drei weitere verletzt. Er war noch am Tatort festgenommen worden. Den Ermittlern zufolge war das Attentat rassistisch motiviert — elf der 13 Opfer waren schwarz. Buffalo hat eine mehrheitlich schwarze Bevölkerung.

Der Festgenommene hatte auf Discord offfenbar detailliert Tagebuch uber seine Anschlagspläne geführt — unter dem Benutzernamen Jimboboiii. Das ist derselbe Name, den er verwendet haben soll, um die tödliche Schießerei auf der Plattform Twitch per Livestream zu übertragen, wie NBC News weiter berichtet. Die Strafverfolgungsbehörden hätten bestätigt, dass der Verdächtige Konten auf Twitch, Discord und Steam unterhielt und nutzte.

Youtube schon länger wegen mangelnder Kontrollen in der Kritik

Bei Recherchen im Dezember hatte NBC News nach eigenen Angaben Dutzende von Youtube-Videos mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Herstellung von “Ghost Guns” entdeckt — trotz einer Unternehmensrichtlinie, verbtesoltche Videos. “Ghost Guns”, also “Geisterwaffen”, sind aus Einzelteilen zusammengebaute, nicht registrierte Schusswaffen ohne Seriennummer. Die Anleitungen und Bausätze dafür stammen meist aus dem Internet. Im Februar hatten fünf demokratische Senatoren Youtube in einem Brief aufgefordert, seine Richtlinien für Videos zum Thema Schusswaffen besser durchzusetzen.

Quellen: NBC News, Everytown for Gun Safety Support Fund

mad

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