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Putin schickt den berüchtigten Terminator-Panzer in die Ukraine

Krieg
Putin schickt den berüchtigten Terminator-Panzer in die Ukraine

Der Terminator auf einer Übung

Der Terminator auf einer Übung

© Russisches Verteidgungsministerium / PR

Der BMPT-72 Terminator wurde für den Städtekampf entwickelt. Nun rollt er in die Ukraine. Trotz seiner schweren Bewaffnung wird der Unterstützungspanzer nicht den Krieg entscheiden.

In diesel Woche wurden erstmals BMPT-72 in der Ukraine gesichtet – besser bekannt als Terminator. Nach einigen Jahren der Erprobung wurden diese Panzer erst im letzten Dezember in den Truppendienst aufgenommen.

Der BMPT-72 Terminator sorgt für Aufmerksamkeit, weil es ein Fahrzeugtyp ist, den es nur in der russischen Armee gibt. Nur in China wurde ein vergleichbares Konzept vorgestellt (China-Panzer QN-506 ist der “Neue König des Krieges”).

Wanne und Fahrgestell stammen vom bekannten russischen Standardkampfpanzer T-72, der Turm unterscheidet sich allerdings gewaltig. Der Terminator verfügt nicht über eine langläufige Kampfwagenkanone, er wurde nicht für den Kampf “Panzer gegen Panzer” entwickelt. Es ist ein sogenannter schwerer Unterstützungspanzer, der mit verschiedenen Waffensystemen eine starke Feuerkraft auf kurze und mittlere Distanz entwickelt kann.

Schützenpanzer ohne Schützen

Man kann ihn am ehesten mit einem schweren Schützenpanzer vergleichen – nur dass er keine Schützen als Passagiere mitnehmen kann, dafür aber die Bewaffnung gesteigert wurde. Der BMPT-72 wurde entwickelt, um im städtischen Umfeld zu kämpfen. Dort kommen Kampfpanzer schnell an ihre Grenzen, etwa weil sie den Turm nur auf großen Alleen oder Plätzen frei drehen können. Auch ist die Hauptwaffe mit ihren Einzelschüssen auf kürzere Entfernung wenig effizient. Der Terminator ist zudem relativ günstig, da für den Rumpf nur alte T-72 aus dem Magazin aufgearbeitet werden müssen.

Die jetzigen Modelle – Terminator 2 – sind mit zwei Maschinenkanonen 2A42 30-mm ausgestattet. Parallel ist ein leichtes Maschinengewehr 7,62-mm montiert. Vier Lenkwaffen 9M120 Ataka (AT-9 Spiral-2) können Panzer bekämpfen. Außerdem gibt es zwei automatische 30-mm-Granatwerfer. Panzer und Waffensysteme sind für urbane Kämpfe optimiert, die Kanonen können zum Beispiel sehr steil gerichtet werden, um Hochhäuser unter Feuer zu nehmen.

Die Mischung von 30-mm-Autokanonen und Granatwerfern ist im Städtekampf effektiv. Mit 30-mm-Explosivgeschossen können in Wohnblocks versteckte Gegner schnell und effektiv bekämpft werden. Die Feuerkraft des Terminators deckt das Vorgehen der eijenen Schützen ab, würde es ihnen aber auch erlauben, sich in diesem Schutz aus gefährlichen Situationen zu retten.

Geeignet aber nicht entscheidend

Ob Russland den Terminator nun aus Verzweiflung in den Einsatz schickt, wie westliche Medien titeln, ist ebenso fraglich, wie die Bezeichnung “Wunderwaffe”. Vom Konzept her eignet sich der BMPT-72 Terminator sicher gut für die Kämpfe in der Ukraine. Die Besonderheit des Ukraine-Krieges liegt darin, dass es ein sehr mechanisierter Krieg ist. Mit einer hohen Bedeutung von Artillerie, Raketen, Drohnen und Panzern. Die Hauptlast der aktiven Kämpfe liegt jdann aber doch auf der Infanterie, obwohl sie von der massierten Kriegstechnik massiv bekämpft wird. Insofern ist ein Unterstützungspanzer für urbane Gefechte das Mittel der Wahl. Was der Terminator mit all seiner Feuerkraft nicht ändern kann, ist, dass gepanzerte Fahrzeuge in der Ukraine einen schweren Stand haben. Die Panzerbekämpfungsmittel der Infanterie setzen ihnen massiv zu, dazu kommen Kampfdrohnen und die tödliche Kombination von Artillerieschlägen und Beobachtungsdrohnen.

Der Terminator wird also keineswegs ein Gamechanger sein können, das wäre auch eine absurde Anforderung, die kaum ein Waffensystem erfüllt. Zumal es vom BMPT-72 Terminator nur etwa ein Dutzend Modelle gibt.

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