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Sieht aus wie ein Bierautomat, wirft aber tödliche Fracht ab: Holländer entwickeln Bombenmagazin für Drohnen

Ukraine Krieg
Sieht aus wie ein Bierautomat, wirft aber tödliche Fracht ab: Holländer entwickeln Bombenmagazin für Drohnen

Mit ihren fast 50 Kilogramm muss die Drohne in einem Kfz bewegt werden.

Mit ihren fast 50 Kilogramm muss die Drohne in einem Kfz bewegt werden.

© Dronesvision.com

Zivile Drohnen werden in der Ukraine eingesetzt. Bomben konnten sie bislang nur sehr improvisiert abwerfen, eine holländische Firma hat nun ein Revolvermagazin für Kiew entwickelt.

Kommerzielle Drohnen gibt es zuhauf. Vor allem die Modelle, die in der Landwirtschaft genutzt werden, eignen sich für die Militarisierung, da häufig für den Transport von stattlichen Lasten an Düngemittel oder Pflanzengiften ausgelegt sind. Dazu gibt es die Möglichkeit, diese Geräte mit Wärmebildkameras und weiteren Sensoren auszustatten.

Was bislang für den militärischen Einsatz fehlt, ist ein integriertes System zum Abwurf von Bomben. Ein holländisches Unternehmen hat nur ein Trommelmagazin entwickelt, so wie es bei einem Revolver verwendet wird. In dem rotierenden Käfig können bis zu 8 Mörsergranaten des Kalibers 60 Millimeter geladen werden. Fotos zeigen einen Quadrocopter, an dem das Magazin montiert wurde. Das Ganze wirkt ein Getränkeautomat, der auf Knopfdruck eine Bierdose ausspuckt.

Acht tödliche Granaten

Das Gerät wurde für die ukrainischen Streitkräfte entwickelt und soll sich bereits in der Erprobung befinden. Den Angaben der Firma zufolge wiegen Drohne und Magazin voll beladen fast 50 Kilogramm, das scheint die benutzte Drohne an den Rand der Möglichkeiten zu bringen. Die Einsatzdauer wird mit nur 20 Minuten und die Reichweite mit acht Kilometern angegeben. Das reicht nicht für einen Einsatz als Loitering Munition, Ziel und Position müssen schon bei Start bekannt sein. Dafür dürfte die Bewaffnung ausreichen, einen kleinen Konvoi komplett zu zerstören. Auch einem Panzer dürfte der Abwurf mehrerer Granaten in schneller Folge zusetzen. Wird die Bombenlast reduziert, dürften sich Reichweite und Einsatzdauer erhöhen.

Vorteil solcher Systeme ist, dass sie sehr billig sind. Das gilt für die Drohne, aber auch für die Bewaffnung. Hinzu kommt, dass für den Einsatz in der Landwirtschaft zahlreiche Sensoren im Markt sind. Sie wurden entwickelt, um Bodenbeschaffenheit, Wachstum der Ernte zu überwachen. Aber ein Sensor, der ein Kitz im Maisfeld aufspürt, zeigt auch einen versteckten Soldaten im Dickicht an. Waffen wie leichte Mörsergranaten gehören zur Standardausstattung und nicht zu den raren und teuren Lenkwaffen. Problem ist dabei, dass die Granaten für das Abfeuern mit einem Mörser und nicht für den automatischen Abwurf vorgesehen sind, sie beim Start bereits scharfgemacht werden müssen.

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Flut an militarisierten zivilen Drohnen

In der Ukraine wird man eine große Zahl an improvisierte Kampfdrohnen sehen. Chats aus russischen Kanälen haben gezeigt, wie Soldaten ziviles Crowdfunding ankurbeln, um so zu Drohnen und Nachtsichtsensoren zu kommen. Die Hersteller der zivilen Geräte sperren sich gegen die militärische Nutzung, werden aber einen Grauimport oder eine Umwidmung nicht verhindern können. Ob das Trommelmagazin die beste Lösung ist, bleibt fraglich. Es hat doch etwas von Overengineering. Letztlich könnte man die Granaten in einem Käfig hängend installieren, sodass nur die Aufhängung per Steuerbefehl gelöst werden muss. Damit würde man die aufwendige rotierende Trommel komplett einsparen und könnte mehrere oder alle Granaten zugleich abwerfen.

Wie alle diese improvisierten Waffen bedeutet diese Entwicklung nichts Gutes für die etablierten Militärmächte. Auch Aufständische aller Art bekommen so eine billige Luftwaffe. Drogenkartelle in Südamerika haben die Möglichkeiten eigenen Kampfdrohnen bereits erkannt und sie eingesetzt.

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