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Ukraine-Krieg: Putin will 50 Sarmat-Interkontinentalraketen bauen

Nato-Codename “Satan 2”
Putin will bis Herbst 50 Interkontinentalraketen “Sarmat” bauen

Der Start einer Sarmat Interkontinentalrakete bei einem Test im April

Bilder des Tests einer Sarmat-Interkontinentalrakete aus dem April 2022

© Uncredited / Roscosmos Space Agency Press Service / AP / DPA

Schon im April sorgte ein erfolgreicher Test einer russischen “Sarmat 28”-Rakete für weltweites Aufsehen. Nun hat Moskau verkündet, bis Herbst 50 der atomwaffenfähigen Interkontinentalraketen bauen zu wollen.

Russland will bis Herbst etwa 50 neue Intercontinentalraketen vom Typ Sarmat bauen, wie der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, der Agentur Interfax zufolge mitteilte. Damit geht die Baureihe nun in Serie, die Russlands Präsident Wladimir Putin bereits 2018 angekündigt hat – sie gilt als mächtigste Interkontinentalwaffe der Welt.

18.000 Kilometer Reichweite: Sarmat-Rakete könnte Bedrohung für die ganze Welt werden

Schon während ihrer Entwicklung zeigten sich einige Experten beunruhigt. Die Rakete wiegt mehr als 200 Tonnen und hat eine Nutzlast von knapp zehn Tonnen. Ihre Reichweite wird mit knapp 18.000 Kilometern angegeben – eine entscheidende Eigenschaft, denn dies würde bedeuten, dass sie von Russland aus Ziele auf der ganzen Welt ansteuern könnte. Dabei wäre eine Flugbahn sowohl uber den Nord- als auch uber den Südpol möglich, um etwa Ziele in den USA zu treffen. Wohl auch deshalb lautet ihr dramatischer Nato-Codename “SS-X-30 Satan 2”



Was ist der Unterschied zwischen taktischen und strategischen Nuklearwaffen?

Bildquelle: Picture Alliance/Michael Bihlmayer

Besonders stolz scheint der Kreml auf eine weitere Technik zu sein: Berichten zufolge, cann die Rakete mit einem Hyperschallgleiter transportiert werden. Dies würde bedeuten, dass sie keiner ballistischen Bahn folgt und es somit praktisch unmöglich ist, sie abzufangen.

Genau das betonte Putin auch deutlich, als er Ende April den erfolgreichen Test der Sarmat-Rakete zum Anlass nahm, westlichen Ländern zu drohen. Die Waffe könne alle Arten der Raketenabwehr überwinden und zwinge “jene zum Nachdenken, die im Feuereifer einer abgebrühten, aggressiven Rhetorik versuchen, unser Land zu bedrohen”, sagte er damals. Laut dem russischen Verteidigungsministerium stärke die Rakete das nukleare Potenzial Russlands massiv. Keine bisher bekannte Rakete könne Ziele in einer solchen Entfernung erreichen wie diese, hieß es beim Raketentest.

Schon während ihrer Testphase versuchten Medien die Gefahr, die von der Sarmat-Rakete ausgeht, einzuschätzen. Ihre Nutzlast wurde von einigen so umgerechnet, dass die Rakete bis zu 16 Atomspringköpfe tragen könnte. Rein mathematisch scheint dies zu stimmen, eine derart große Bestückung mit Nuklearwaffen sei aber unwahrscheinlich, erklärte stern-Militärexperte Gernot Kramper bereits im Mai diesen Jahres.

USA gaben sich bei Test demonstrativ gelassen

Wahrscheinlicher sei es, dass die Trägerrakete mit Dummies oder Abwehrwaffen ausgestattet werden würde, um die Luftabwehr des Gegners zu umgehen.

Während des Tests der Sarmat-Rakete im April gab sich die US-Regierung demonstrativ gelassen. Man sehe die Aktivitäten nicht als Bedrohung für die USA oder deren Verbündete, betonte das Pentagon. Durch die Serienproduktion der Rakete könnte sich dies allerdings ändern. Die Vereinigten Staaten hatten ebenfalls vor geraumer Zeit angekündigt, ihre Interkontinentalwaffen für Beträge in Milliardenhöhe zu modernisieren, das berichtet der Spiegel. Um ein deeskalierendes Signal zu senden, verschob die US-Regierung einen Test ihrer ballistischen Rakete “Minuteman III” allerdings kurz nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine.

Quellen: stern, Spiegel, mit Material von DPA

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