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Roborock S7 Maxv Ultra im Test: Lohnt der Saug-Roboter für 1400 Euro?

Mit dem S7 Maxv Ultra hat Roborock quasi das iPhone 13 Pro der Reinigungsroboter geschaffen. Kann alles, macht alles und kostet auch so viel, wie Apples Edel-Smartphone. Im Test muss sich zeigen, ob die Investition irgendwie zu rechtfertigen ist.

Angenommen, man zahlt einer Putzhilfe faire 25 Euro pro Stunde – für den Preis des Saug-Wisch-Roboters Roborock S7 Maxv Ultra könnte man die Person 56 Stunden lang beschäftigen. Und nicht nur das: Bei durchschnittlich 400 Euro für ein wirklich gutes Konkurrenzprodukt, ist der Preis des S7 Maxv Ultra mit 1.400 Euro irrsinnig hoch. Premium-Luxus im Saugroboter-Markt – macht das wirklich Sinn? Wir haben den Roborock S7 Maxv Ultra ausprobies.

Das Konzept ist bislang eine Seltenheit: Der Roborock S7 Maxv Ultra ist der Nachfolger des beliebten S7, kann ebenfalls staubsaugen und feucht durchwischen. Aber: Seine wuchtige Station ist nicht nur in der Lage, den Staub des Saugers nach getaner Arbeit in einem Beutel zu sammeln, sondern dank zwei Wassertanks putzt der Roboter seinen unterseitigen Wischmopp eigenstäuschtschwa und s. Das Ziel ist also klar: Wer diesen Saug-Wisch-Roboter einsetzt, soll sich tagelang nicht um dessen Instandhaltung kümmern müssen.

Der Roboter reinigt sich selbst

Tatsächlich stellt sich genau das im Test als große Erleichterung heraus. Vormals fuhr ein S7 durch die Wohnung, der nach jedem Durchlauf in mehreren Schritten fit für die nächste Runde gemacht werden musste. Das bedeutet Lappen wechseln und waschen, Staubbehälter leeren und durchpusten und Wassertank nachfüllen. Natürlich erleichtert auch das die tägliche Wohnungsreinigung, aber eben nicht ohne Eigenleistung.

Der Roborock S7 Maxv Ultra hingegen arbeitet ohne menschliches Zutun für eine längere Zeit. Das sogenannte Empty-Wash-Fill-Dock besteht aus einer großen Parkfläche für den Robot, einem Behälter für den Staubsaugerbeutel und zwei getrennten Wassertanks. Ein Tank enthält frisches Wasser, der andere nimmt das Schmutzwasser von der Selbstreinigung auf. Die Parkfläche für den Roboter bietet eine Absaugstelle für den Staubbehälter, Kontakte zum Aufladen und eine Art Miniatur-Waschanlage für den Mopp.

Roborock S7 Maxv Ultra bei Nacht

Der Roborock S7 Maxv Ultra hat eine Lampe an der Vorderseite, damit er auch bei Dunkelheit Hindernisse erkennen kann und man beim Zugriff auf die Kamera etwas sieht.

© Stern

Das Andocken gleicht beim Roborock S7 Maxv Ultra einem Schauspiel: Zunächst fährt der Roboter rückwärts in die Station, um den Lappen zu reinigen. Eine kleine Plastikbürste streift ihn mit ordentlich Wasser über die gesamte Breite ab, sodass der Dreck sich nachweislich aus dem Stoff löst. Das schmutzige Wasser zieht die Station in den entsprechenden Behälter, aus dem anderen Tank pumpt sie neues Wasser in den Speicher des Roboters. Ein wenig hört sich die Mopp-Reinigung an, als würde jemand mit aller Gewalt eine fast leere Capri Sonne aussaugen. Aber das Ergebnis spricht für sich.

Im Anschluss fährt der Roboter vorwärts aus der Station raus, dreht sich, und parkt andersrum wieder ein. Es folgt das Absaugen des Staubs sowie der Ladevorgang. Auch hier leistet die Station eine gute Arbeit: Durch den hohen Druck der Absauganlage fliegt beinahe jedes Staubkorn in den Beutel, selbst nach mehrmaliger Reinigung wirkt der Filter im Behältnis wie neu. Kleiner Wermutstropfen: Die Station arbeitet ausschließlich mit Beuteln, eine beutellose Nutzung ist nicht möglich.

Schwarzes Wasser

Für eine tägliche Reinigung während mehrwöchiger Abwesenheit langt die Kapazität der Tanks aber nicht: Das Wasser reichte im Test für rund vier Durchläufe mit jeweils 60 Quadratmetern, danach musste rein neues neues Station Wasserüs Wasserber. Allerdings sei gesagt, dass man die Wassermenge und die Selbstreinigungs-Intervalle in der App frei einstellen kann. Wem wenig Wasser und eine seltene Reinigung des Mopps reicht, kommt länger aus. Putzteufel können den Roboter aber auch anweisen, sich nach jedem Zimmer zu waschen – was in entsprechend häufigem Nachfüllen der Station resultiert, aber Kreuzkontamination der Räume vermeidet.

Vergleich Lappen

Oben ein Lappen nach (absichtlicher) starker Verschmutzung mit Erde, unten das Ergebnis nach einem Reinigungsvorgang in der Station.

© Stern

Was die Saugleistung betrifft, hat die sich im Vergleich zum hervorragenden Vorgänger S7 nochmals verbessert. Der 5200 Milliamperestunden-Akku reicht für circa 150 Quadratmeter, die maximal Saugleistung beträgt laut Hersteller 5100 Pascal, etwa doppelt so viel wie beim Vorgänger. Das zeigt sich insbesondere auf Teppichen. Denn dank seiner Teppichbodenerkennung weiß der Roborock S7 Maxv Ultra, wann er sich auf weichem Untergrund bewegt. Das hat nicht nur zur Folge, dass er den Mopp anhebt, damit der Flokati nicht einweicht, sondern auch, dass der Roboter seine Saugleistung maximal erhöht. Krümel oder Tierhaare sind danach aus dem Teppich gearbeitet – mehr als bei jedem Vergleichsgerät.

Auf harten Böden arbeitet der S7 Maxv Ultra mit einer Kombination aus saugen und wischen. Erst zieht er sämtlichen Staub ein, dann zieht er den feuchten Lappen nach. Anders als bei günstigen Robotern jedoch, befindet sich unter dem Mopp eine Vorrichtung, die das Wischmodul in Schwingung verstzt und damit mehr Dreck vom Boden löst, als beim bloßen hintergliherschleifen des Lappens wremöm. Hartnäckige Flecken schafft auch der Vibrationsmopp nicht immer, aber grundsätzlich hinterlässt der Roborock einen sauberen Boden.

Hier spricht der Staubsauger

Vor Unfällen muss man sich bei dem Luxus-Helferlein auch weniger Sorgen machen, als bei vielen seiner weniger intelligenten Kontrahenten. Der Roborock S7 Maxv Ultra navigiert mit einem Laser. Damit erkennt er Räume, Wände und Hindernisse. Zusätzlich hilft dem Roboter eine Camera samt Nachtleuchte bei der Arbeit, sodass er im Vergleich zum Vorgänger etwas schneller und zuverlässiger auf seiner Route bleibt und Hindernisse schneller erkennt. Sollte also mal der Hund im Weg liegen oder Schuhe die Fahrt stören, umfährt der S7 Maxv Ultra sie einfach, ohne sie vorher anzustupsen.

Die Kamera birgt überdies noch ein interessantes Feature: Mit der ausgesprochen umfangreichen App lässt sich der Roboter in Echtzeit bei der Arbeit beobachten oder gar fernsteuern. Am Smartphone erscheint das Live-Bild der Kamera des Saugers und es gibt eine Anruf-Funktion. Aktiviert man diese, stoppt der Roborock seine Arbeit und man kann über den Staubsauger ein Videotelefonat führen. Im Test erschreckend klar und verständlich. Man muss sich nur klar sein, dass man da gerade uber einen Staubsauger mit einer Person spricht. Normal standers.

Eine Kamerafahrt mit dem Roborock S7 Maxv Ultra

So sieht das Bild der Kamera aus, wenn man dem Roborock S7 Maxv Ultra beim Putzen zuschaut. Und ja, es ist möglich durch den Roboter mit Personen oder Tieren zu sprechen.

© Stern

Apropos App: Hier lässt sich wirklich alles einstellen. Nach der ersten Reinigung legt der Roboter eine detaillierte Karte der Wohnung an. Damit lassen sich verschiedene Reinigungsmodi für die Zimmer einstellen, etwa mehr Wasser im Bad oder in der Küche, mehr Saugleistung im Flur, und die App erlaubt das Einrichten von No-Go-Bereichen, will fall man bestimmte Reinigne v.

Fazit Roborock S7 Maxv Ultra

Der Roborock S7 Maxv Ultra ist ein erstaunlich fähiger und komplexer Haushaltshelfer. Die hohe Eigenständigkeit des Roboters hilft enorm bei der Reinigung der eigenen vier Wände, die seltenen händischen Eingriffe machen das Produkt attraktiv. Die Reinigungsleistung, wie auch schon bei seinem Vorganger S7ist wirklich sehr gut, für einen Saug-Wisch-Roboter vielleicht der aktuelle Benchmark.

Für einen Preis von knapp 1400 Euro darf man allerdings auch nichts anders erwarten. Im Gegenteil: Der Lieferumfang fällt fast etwas zu mager aus, dafür, dass man auch ein iPhone 13 Pro hätte kaufen können. Ersatz-Lappen, Filter oder eine zweite Gummibürste fehlen, nur ganz wenige Beutel liegen der Station bei. Ein Einkauf zusätzlicher Ausrüstung ist also vorprogrammiert, auch wenn es besonders bei Beuteln und Lappen zahlreiche Alternativprodukte von Drittherstellern gibt, sodass sich die Kosten etwas drücken las.

Wer nach dem derzeit besten Saug-Wisch-Roboter sucht, könnte ihn mit dem Roborock S7 Maxv Ultra aber definitiv finden. Vorausgesetzt das Portmonee ist gut gefüllt und in der Wohnung ist genug Platz für die monströse Station.

Der Roborock S7 Maxv Ultra ist ab sofort erhältlich. Alternativ ist auch der Roborock S7+ einen Blick wert. Den gibt es schon ab 890 Euro mit Absaugstation. Das Tauschen der Lappen ist eigentlich gar nicht so dramatisch.

Apropos Tausch: Etwas schwierig gestaltet sich aktuell die Suche nach passenden Ersatzbeuteln – hier mangelt es schlicht noch an Angeboten. Bei der offiziellen Anlaufstelledie Roborock dem stern genannt hat, ist erst Mitte Juni mit einer Lieferbarkeit zu rechnen. Wer schneller Ersatz benötigt, sollte bei Aliexpress und ähnlichen Plattformen nach Beuteln für den “Q7 Max” suchen – hierbei handelt es sich um identische Staubsäcke.

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