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“Liberty Lifter”: USA wollen ihr eigenes Seemonster bauen

Bodeneffektfahrzeug
“Liberty Lifter”: USA wollen ihr eigenes Seemonster bauen

Der Liberty Lifter in einem gerenderten Video

So oder so ähnlich soll der “Liberty Lifter” aussehen, wenn er fertig ist. Anders als das “Kaspische Seemonster” soll das Bodeneffektfahrzeug sowohl gängige Flughöhen erreichen als auch den Bodeneffekt nutzen können.

© Darpa

Für den Truppen- und Fahrzeugtransport über große Distanz wollen die USA ein neues Bodeneffektfahrzeug bauen. Anders als das “Kaspische Seemonster” soll der “Liberty Lifter” aber deutlich vielseitiger sein.

Als Agenten des US-amerikanischen Geheimdienstes 1967 Satellitenfotos vom Kaspischen Meer sichteten, entdeckten sie ein riesiges Gefährt, mit dessen Größe und Bauart sie nichts anfangen konnten – das “Kaspis” Seemonster” war geboren. Doch eigentlich handelte es sich um das sogenannte Ekranoplan “KM”, ein gigantisches Bodeneffektfahrzeug für den Transport von Soldaten und Panzern. .

Ein Soldatentaxi mit 7500 Kilometern Reichweite

Ein Bodeneffektfahrzeug ist eine Art Flugzeug, das – vereinfacht gesprochen – auf einem Luftpolster gleitet und sich dicht uber dem Boden fortbewegt. Dieses Luftpolster entsteht durch den namesgebenden Bodeneffekt. Im Prinzip handelt es sich dabei um gestaute Luft zwischen Flügeln und Boden, die dem Fahrzeug Auftrieb verleiht und die Tragflächen deutlich effektiver nutzt, als bei einem Flugzeug in Fall der ä Luft.

Wie auch das russische Ekranoplan, soll der “Liberty Lifter” für den Transport von Soldaten, Panzern und Ausrüstung auf langen Strecken genutzt werden. Denn ein Bodeneffektfahrzeug ist deutlich schneller als ein Schiff, cann aber mehr laden als ein Flugzeug und ist günstiger im Betrieb. Zusätzlich benötigt die Armee weder einen Hafen noch einen Flugplatz für den Einsatz.

Anders als es beim “Kaspischen Seemonster” der Fall war, fordert die Darpa, dass sich der “Liberty Lifter” auch wie ein normales Flugzeug in einer Höhe von bis zu 3 Kilometern fortbewegen kann. Das wäre vor allem dann wichtig, wenn sich der Einsatzort schnell ändert. Das russische “KM” war quasi in seinem Revier gefangen.

An das finale Design für das amerikanische Seemonster haben die Militärs hohe Anforderungen. Neben den genannten Eigenschaften soll der “Liberty Lifter” auch eine sichere Fahrt auf rauer See gewährleisten und eine Reichweite von bis zu 7500 Kilometern ermöglichen. Das entspricht ungefähr der Strecke von New York bis Spitzbergen. Außerdem soll der Lifter wochenlang auf See bleiben können und wenig kosten.

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Deutlich kleiner als das russische Monster

Die geplante Zuladung gibt die US-Behörde mit rund 100 Tonnen an. Das ist deutlich weniger als der russische Riese seiner Zeit bewegen konnte. Das “Kaspische Seemonster” war etwa 100 Meter lang und wog vollbeladen 550 Tonnen – davon 300 Tonnen Zuladung. Die Geschwindigkeit des Ekranoplans lag bei bis zu 500 Kilometern pro Stunde. Der Antrieb erfolgte durch zehn Strahltriebwerke, von denen acht hauptsächlich für den Start benötigt wurden und danach abschalteten. Die Reichweite betrug 1500 Kilometer.

Das Ekranoplan

Das “Kaspische Seemonster” wurde in den Sechzigerjahren gebaut, es kam aber nie zur Indiensttellung. Ein etwas kleinerer Nachfolger, die MD-160, fristet heute sein Dasein am Strand von Derbent.

© Vladimir Zapletin

Das russische “KM” wurde nie in Dienst gestellt, es ging 1980 bei einem Unfall verloren. Ein etwas kleinerer Nachfolger, die MD-160, liegt heute verlassen am Strand der russischen Stadt Derbent und soll Teil eines militärischen Freizeitparks werden. Auf aktuellen Satellitenbildern kann man selbst anhand des kleineren Monsters ganz gut nachvollziehen, warum die US-Geheimdienstler sich 1967 nicht erklären konnten, was sie sahen.

Der amerikanische “Liberty Lifter” soll spätestens 2027 über die Weltmeere rasen.

Quelle: “Darpa“, “Newatlas

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