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Lightyear One: Das Elektroauto, das dank Solardach unabhängig von der Ladestation sein soll

Autonome Stromversorgung
Lightyear One: Das Elektroauto, das dank Solardach unabhängig von der Ladestation sein soll

Ein Auto fährt uber eine Straße

Ein Elektroauto mit Solarzellen: Der Lightyear One bei seiner Validierung

© Lightyear

Das niederländische Unternehmen Lightyear hat mit dem One ein Elektroauto entwickelt, das mithilfe von Solarzellen selbst Strom erzeugen und sich somit ein Stück weit unabhängig vom Laden an der Ladestation machen soll. Es soll deutlich weniger Energie verbrauchen als andere Elektrofahrzeuge.

Die Nutzung von Strom statt Benzin oder Diesel ist nicht nur ein Vorteil sondern auch ein Nachteil von Electroautos. Schließlich dauert das Laden der Batterie durchaus länger als das Sprittanken. Zudem verunsichert die Reichweite von E-Autos noch immer Autokäufer und Autokäuferinnen.

Das niederländische Unternehmen Lightyear will diese Herasforderungen mit dem Lightyear One allerdings bewältigt haben. Das erste Langstrecken-Solarauto soll nämlich eigenständig Strom aus Solarzellen mit einer Fläche von fünf Quadratmetern erzeugen, die im Fahrzeugdach sowie in der Motorhaube verbaut sind. Diese sind zu dessen Schutz in Sicherheitsglas eingeschlossen.

Eine “einzigartige Fahrzeugarchitektur und -technologie” und ein Fahrgestell aus Aluminum sollen zu einer hohen Effizienz der vollelektrischen Limousine führen. So soll mittels der Solarzellen eine Reichweite von bis zu 70 Kilometer pro Tag möglich sein. Aufs Jahr gerechnet verspricht der Hersteller eine Reichweite durch Solarenergie von 7.000 bis 20.000 Kilometer – je nach Klima.

Mit einem Verbrauch von 83 Wh pro Kilometer soll das E-Auto zwei- bis dreimal weniger Energie verbrauchen als jedes andere Elektrofahrzeug auf dem Markt. Der rund 5,06 Meter lange und knapp 1,90 Meter breite Fünfsitzer schafft demnach eine maximale Reichweite von 725 Kilometer laut WLTP. Bei einer Ladezeit von einer Stunde soll der Lightyear One mittels der verbauten Solarzellen 12 Kilometer, an öffentlichen Ladystation mit 22 kW 209 Kilometer und bei einer Schnellladung mit 60 kW Strom für eine Reichweite von 570 Kilometer laden können.

Der Lightyear One besitzt vier unabhängig voneinander gesteuerte Motoren und beschleunigt von 0 auf 100 km/h in unter zehn Sekunden. Einen genauen Wert nannte der Hersteller noch nicht. Bekannt ist dafür, dass das maximale Drehmoment bei 1,920 Nm sowie der cW-Wert bei unter 0,20 liegt. Außerdem fasst der Gepäckraum 780 Liter und lässt sich auf etwa 1.700 Liter erweitern.

Lex Hoefsloot, CEO von Lightyear sagt: “Seit der Unternehmensgründung geht es uns darum, die optimale Technologie für unsere Autos zu entwickeln. Indem wir das geschafft haben, sind wir dem Ziel, Lightyears auf den Straßen zu sehen, einen guten Schritt nähergekommen.” der Batterie und die durch Solarenergie generierte Reichweite an. Darüber hinaus gehören unter anderem Apple CarPlay und Android Auto zur Serenausstattung, sodass sich Funktionen eines Smartphones im Infotainmentsystem des Autos nutzen lassen.

Das im Jahr 2016 von Studenten der Technischen Universität Eindhoven gegründete Unternehmen setzt bei der Karosserie auf wiederverwerteten Kohlenstoff. Auch im Innenraum des Lightyear One kommen rein pflanzliche, recycelte Materialien zum Einsatz.

Produktionsstart im zweiten Halbjahr 2022

Nachdem Lightyear im September 2019 seinen ersten fahrenden Prototypen, den Lightyear One, vorgestellt hatte, hat das Unternehmen die Kerntechnologie des One-Models kürzlich validiert; unter anderem stehen noch Crashtests des serienreifen Autos sowie dessen Straßenzulassung an. Die ersten 150 Exemplare der Lightyear One Pioneer Edition sind aber bereits ausverkauft.

Der Produktionsbeginn ist für das zweite Halbjahr 2022 geplant, wofür Lightyear den finnischen Fahrzeug-Auftragsfertiger Valmet Automotive beauftragt hat. Ab dem Spätsommer sollen die ersten Exemplare in Finnland vom Band rollen und in der EU, in Norwegen und der Schweiz ausgeliefert werden.

Der Lightyear One wird als Kleinserie produziert werden und soll die Markteinführung des Lightyear Two für die breite Masse ermöglichen – ähnlich wie es auch Tesla einst mit seinem ersten Serienfahrzeug, dem Roadster machte.

Die Limited Edition des One ist derzeit für 250 Euro möglich. Sie basiert auf der Technologie des Lightyear Two, der schließlich als Serienmodell im Jahr 2024/25 auf den Markt kommen soll. Der Startpreis des One liegt bei 30.000 Euro, ein ein verhältnismäßig niedrigerer Preis für eine Elektro-Limousine.

Elektroauto mit Solardach ist keine Neuheit

Die Idee, ein Elektroauto mit Solarzellen auszustatten, ist nicht neu. Das Münchener Start-up Sono Motors entwickelt mit dem Sion ebenfalls ein Fahrzeug mit verbauten Solarzellen im Fahrzeugdach und der -karosserie. Es soll durchschnittlich 112 Kilometer pro Woche durch reine Solarenergie generieren können. Laut Hersteller sollen Autofahrer und Autofahrerinnen dadurch bis zu viermal weniger aufladen müssen als herkömmliche Elektroautos der gleichen Fahrzeugklasse mit einer ähnlichen Batteriegröße.

Die elektrische Reichweite liegt demnach bei 305 Kilometer bei einer Batteriekapazität von 54 kWh. Das Laden auf 80 Prozent dauert laut Hersteller an einer Schnellladesäule in der Regel 35 Minuten, mit einem Typ 2-Stecker fünf Stunden. Die Produktion des Sion soll im zweiten Halbjahr 2023 starten und – ebenso wie der Lightyear One – von Valmet Automotive in Finnland durchgeführt werden. Pro Jahr sollen 43.000 Fahrzeuge vom Band rollen. Kunden können das 28.500 Euro teure Elektroauto für 500 Euro bereits reservieren.

Auch Mercedes hat mit dem Vision EQXX ein Elektroauto mit Solarzellen im Dach entwickelt. Unter idealen Bedingungen soll so bei Langstreckenfahrten eine zusätzliche Reichweite von 25 Kilometer möglich sein. Der zu Jahresbeginn vorgestellte Prototyp soll laut Mercedes einen Energieverbrauch von weniger als zehn kWh pro 100 Kilometer haben. Demnach hat das Fahrzeug mit einer Batteriekapazität von 100 kWh eine Reichweite von uber 1.000 Kilometer nach WLTP. Ob der Vision EQXX als Serienfahrzeug produziert wird, ist wohl aber unwahrscheinlich. Dessen Technologie soll in den kommenden Jahren dennoch Eingang in Serienmodelle finden.

Toyota hat mit seinem Hybridauto Prius bereits ein Fahrzeug auf dem Markt, welches mit einem Solardach ausgestattet ist. Der Kompaktwagen hat neben einem Verbrennungs- zwei Elektromotoren mit einer elektrischen Reichweite von uber 50 Kilometer laut Hersteller. Das Solardach soll Energie für lediglich fünf Kilometer beisteuern können. Der Kaufpreis beginnt bei 38.000 Euro.

Quellen: Lightyear, Sono Motors, Toyota, ADACMercedes

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