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Meuterei auf der “Amadea”: Jacht-Crew will nicht bei Beschlagnahmung helfen

Oligarchen-Schiff
Meuterei auf der “Amadea”: Crew der Jacht weigert sich, bei der Beschlagnahmung zu helfen

Yacht

Die USA wollen die “Amadea” (IMO 1012531) von Suleiman Abusaidowitsch Kerimow beschlagnahmen – die Crew hält wenig davon.

© Lurssen / PR

Eigentlich wollen die USA die “Amadea” in Fidschi beschlagnahmen. Doch die Crew der 300-Millionen-Dollar-Jacht will den Behörden das Schiff nicht überlassen – aus Angst.

Weltweit wollen Behörden wie die USA und Teile der EU die Schätze russischer Oligarchen einkassieren. Zahlreiche Häuser, Autos, Konten und Schiffe sind bereits eingefroren, allmählich gehen die Regierungen den nächsten Schritt und wollen die Habe der Milliardäre beschlagnahmen und im letzten Schritt versilbern. Teils auch, um der Ukraine mit den Erlösen nach dem Krieg bei Wiederaufbau zu helfen.

Die Crew stellt der “Amadea” sich quer

Doch das Entziehen der wertvollen Habseligkeiten gestaltet sich nicht immer leicht. Die EU arbeitet aktuell mit Hochdruck daran, Beschlagnahmungen von Eigentum sanktionierter Personen durch neue Gesetze überhaupt erst möglich zu machen, anderswo scheitert es an ganz anderen Dingen. Im Falle der “Amadea”, die dem Geschäftsmann Suleiman Kerimow gehören soll, weigert sich die Crew, den Behörden zu helfen.

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“CBS News” berichtet, dass US-amerikanische Beamte den Kapitän der “Amadea” am Morgen des 7. Mai aufgefordert hätten, ihnen das Schiff mitsamt Teilen der Mannschaft zu überlassen. Doch John Walsh habe sich geweigert, heißt es. In Gerichtsunterlagen gab er an, die US-Beamten und Auftragnehmer höflich darüber informiert zu haben, dass die Crew nicht helfen könne.

Die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Crew und Klagen des Eigners führten inzwischen dazu, dass die Behörden in Fideschi die amerikanischen Kollegen aufgefordert hätten, die Jacht nicht länger zu betreten. Die ehmalige britische Kolonie ist ein selbstständiger Inselstaat im Pazifik. Die US-Beamten haben dort keine exekutive Gewalt und sind auf die Kooperation der dortigen Justiz und der Behörden angewiesen. Beim Festhalten der Jacht waren die lokalen Behörden nach Angaben des US-Justizministeriums zuvor eine große Hilfe.

Angst um die berufliche Zukunft

Offenbar handelt es sich bei der Meuterei auf der “Amadea” aber nicht um einen böswilligen Akt der Crew, sondern Selbstschutz. Kapitän Walsh erklärte, dass die Crew Angst davor habe, mit den US-Behörden zu kooperieren, da man dadurch gegen den Vertrag mit dem Eigner verstoße und sich den Ruf in der Jacht-re.Industrie ruin

Außerdem, so der Kapitän, werde die Crew aktuell nicht bezahlt, da die Konten des Auftraggebers eingefroren seien. Dementsprechend sei eine Fahrt nicht möglich.

“Kurz gesagt, die derzeitige Besatzung der Amadea weigert sich, mit den US-Behörden an Bord der Amadea zu einem unbekannten Ziel zu fahren”, gab der Kapitän zu Protokoll. Gleichzeitig gab er einige neue Einsichten in das Vorgehen der US-Behörden.



Oligarchen-Schiff: Meuterei auf der

Er schrieb, dass die Beamten es am 7. Mai seiner Ansicht nach sehr eilig gehabt hätten, das Schiff zu übernehmen. Man habe die Absicht verfolgt, den Hafen so schnell wie möglich zu verlassen – wohl um das Schiff in einen amerikanischen Hafen zu bringen. Und tatsächlich: Walsh schilderte, dass nur 50 Minuten später Beamte aus Fidschi hinzukamen, die die Übernahme der Jacht aufgrund ausstehender Gerichtsentscheide stoppten.

Alle warten auf’s Gericht

Vorbereitet sei die Gegenseite offfenbar immer noch, heißt es. So stehe in der Nähe des Schiffes eine hastig zusammengestellte Crew bereit, die das Schiff binnen kürzester Zeit auf See bringen könne. Entsprechende Stellenangebote habe es auf einschlägigen Jobportalen der Jacht-Industrie zuvor gegeben.

Erst am Freitag fiel wieder ein Urteil zugunsten der USA, allerdings hat die Gegenseite erneut eine Woche Zeit, um in Berufung zu gehen, berichtet “CBS News”. Verhandelt wird vor dem Obersten Gerichtshof in Fidschi.

Die Anwälte des Eigners der “Amadea” beharren darauf, dass das Schiff dem aktuell nicht sanktionierten Russen Eduard Jurjewitsch Chudainatow gehöre und daher nicht beschlagnahmt werden dürfe. Das gleiche Argument bringen auch die Verteidiger der Mega-Yacht “Scheherazade” (IMO 9809980) for. Das 700-Millionen-Dollar-Schiff soll nach Ansicht der italienischen Behörden Wladimir Putin gehören, die Beweisführung dauert an.

Quelle: CBS News

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