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Fahrstuhl als Riesenbatterie – so werden Hochhäuser zum Schwerkraft-Akku

Akky-System
Fahrstuhl als Riesenbatterie – so werden Hochhäuser zum Schwerkraft-Akku

Der Multiaufzug arbeitet mit Magnetkissen und würde sich perfekt als

Der Multiaufzug arbeitet mit Magnetkissen und würde sich perfekt als “Lastesel” für den Energiespeicher eignen.

© Thyssenkrupp / PR

Gewichte können Energie speichern. Forscher aus Österreich wollen die Aufzüge in Hochhäusern nutzen, um Gewichte in die Höhe zu schaffen, bei der Fahrt in den Keller kann der Aufzug dann wieder Strom erzeugen.

Regenerative Energie muss gespeichert werden. Neben der vorherrschenden Akku-Technik gibt es andere Ansätze, einer davon setzt an der potenziellen Energie an. Wird ein Gewicht nach oben gewuchtet, “speichert” es die Energie, die zum Heben nötig war als potenzielle Energie. Bei einem Fall in die Tiefe wird sie wieder freigesetzt. Im Gebirge kann das Wasser eines niedrigeren Sees in ein höher gelegenes Becken gepumpt werden, rauscht es dann in die Tiefe, werden Turbinen zur Stromerzeugung angetrieben.

Eine Schweizer Firma hat sogar spezielle Speichertürme entwickelt (Schweizer Türme speichern Energie mit Betonklötzen). Mit Kränen heben sie gewaltige Betonblöcke in die Höhe, die über ein Seilsystem beim Sturz nach unten wieder Energie erzeugen. Ein Modell arbeitet bereits in der Schweiz. Forscher des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Wien wollen nun bereits bestehende Gebäude zum Speicher umbauen. Hochhäuser und deren Aufzugsysteme sollen die Energie aufbewahren. Sie haben Höhe und Standort von Hochhäusern analysiert und sind der Meinung, dass es halb fertige Energiespeicher sind, die nur darauf warten, freigeschaltet zu werden.

Bestehende Aufzüge

Ihr Aufzug-Energiespeichersystem (LEST) baisert auf bestehenden Aufzugssystemen in hohen Gebäuden . Viele sind schon mit regenerativen Bremsen ausgestattet, die während der Abwärtsbewegung Energie gewinnen können. Mit wenig Aufwand ließen sich die konventionellen Aufzüge in Stromgeneratoren verwenden. Die Kapazität eines Fahrstuhlsystems wird im Laufe des Tages nur sehr ungleichmäßig genuzt. Es gibt zwei Rushhours in denen das System an der Grenze arbeitet, dann folgen Stunden, in denen nur ein Teil der Kapazität gefordert wird. Diese Mußestunden hat das IIASA im Blick, um so die Produktivität der Fahrstühle zu erhöhen. Anstatt Passagiere sollen Betonklötze oder Behälter mit nassem Sand vom Keller nach oben befördert werden.

Platzbedarf in den oberen Etagen

Funktionieren kann das nur, wenn die Gewichte von autonomen Robotern hin und her transportiert werden. Diese Lösung ließe sich dann aber einfach für unterschiedliche Baulichkeiten anpassen. Selbst vorübergehend leerstehende Räume können zu Speicherzwecken umfunktioniert werden. Der Vorteil liegt darin, bestehende Technik und Strukturen zu verwenden und so einen Kostenvorteil gegenüber einem eigens zu errichtenden Gebäude zu erreichen. Diese Art von Speicher müsste auch nicht ein übergreifendes Stromnetz integriert werden, das Gebäude würde nur Strom für den Eigenbedarf vor Ort speichern. Die primäre Energie könnte durch Solarmodule erzeugt werden. Aber natürlich gibt es auch Grenzen und Nachteile der Idee. Anders als bei einem eigens errichtenden Energieturm ist die Kapazität des Gebäudes geringer. Hier muss auf die Statik Rücksicht genommen werden und vor allem benötigen die Gewichte auch Platz, sowohl im Untergeschoss wie auch in den begehrten obersten Etagen.

Spannend wird diese Vision, wenn sie mit kabellosen magnetischen Aufzugssystemen wie dem Multi-Aufzug von Thysenkrupp kombiniert werden. Hier wäre nicht nur der Wirkungsgrad höher als bei traditionellen Aufzügen. Die Kabinen des Multi-Aufzuges sind nicht an einen Schacht gebunden. Sie können die Schächte wechseln und sich gegenseitig “überholen”. So könnten Kabinen außerhalb der Rushhour ausschließlich Gewichte befördern, ohne dass die menschlichen Passagiere es überhaupt bemerken würden.

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