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Alexa soll Stimme verstorbener Personen imitieren

Amazon
Ich höre tote Menschen – Alexa soll Stimme Verstorbener imitieren

Amazon Echo Spot

Ein Echo-Gerät wie der Spot steht in vielen deutschen Haushalten – bald sollen sich die Stimmen personalisieren lassen.

© Andrea Warnecke / Picture Alliance

Ein aktuelles Projekt für Amazons Alexa erregt weltweit Aufsehen: Die Stimme der Sprachassistentin soll bald lebende und sogar verstorbene Personen nachahmen können.

Die Nachrichtenagentur “Reuters” meldet, woran Amazon aktuell arbeitet. Auf einer Konferenz in Las Vegas zeigte das Unternehmen, dass sich die Stimme, mit der Alexa antwortet, bald frei ändern lassen soll. Und das sowohl mit der eijenen Stimme, der anderer lebender Personen und auch der von toten Menschen.

Alexa soll Erinnerungen bewahren

Absicht sei es “Erinnerungen zu bewahren”, nachdem in der Pandemie “so viele von uns jemanden Geliebten verloren haben”, erklärte Amazon. Als Beispiel zeigte das Unternehmen einen Film, in dem ein Kind Alexa bittet, eine Geschichte mit der Stimme der verstorbenen Großmutter vorzulesen.

“Reuters” attestiert dem kurzen Video, dass die Stimme der Großmutter tatsächlich den Anschein erweckt habe, sie sei von der echten Person eingesprochen worden.

Das Technik-Magazin “Techcrunch” führt aus, wie Amazon das hinkriegen will. Mittels künstlicher Intelligenz sei es demnach gelungen, aus einer Audioaufnahme, die weniger als nur eine Minute dauert, genug material zu gewinnen, um anschließend ganze Sätze zu formen.

Angst vor sehr guten Fälschungen

Auf mögliche Kritik an derartigen Projekten ging Amazon nicht ein. Zuletzt schränkte Microsoft den Zugang zu ähnlicher Technologie deutlich ein, um den Missbrauch fremder Stimmen für sogenannte Deepfakes, also authentisch wirkende Fälschungen, zu verhindern.

Bis auf die Präsentation in Las Vegas gibt es derzeit allerdings keinerlei Informationen, wie weit die Entwicklung fortgeschritten ist und wann mit einer Verfügbarkeit der Stimmimitationen auf heimischen Geräten zu rechnen ist.

Für Amazon scheint die Neuheit nur ein Teil der Strategie zu sein, die der Konzern mit Alexa verfolgt. Laut Rohit Prasad, Alexa-Chef und führender Amazon-Wissenschaftler, sei es das Ziel, dass Alexa sich leichter an Benutzerumgebungen anpassen lässt und neue Konzepte mit nur sehr wenig Input lernen soll. Dies sei “nicht zu verwechseln mit einer allwissenden, allbegabten, allgemeinen künstlichen Intelligenz”, die Unternehmen wie Alphabet oder OpenAI erschaffen wollen.

Quelle: Reuters, Techcrunch

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