Home » Musk zwang Tesla-Angestellte zurück ins Büro – nun reichen die Schreibtische nicht

Musk zwang Tesla-Angestellte zurück ins Büro – nun reichen die Schreibtische nicht

Office-Druck
Musk zwang Tesla-Angestellte mit Kündigungs-Drohung zurück ins Büro – nun reichen die Schreibtische nicht

Tesla-Gründer Elon Musk im März bei der Eröffnung der

Die Idee, alle Tesla-Mitarbeiter sofort ins Büro zurückzuholen, hatte Elon Musk wohl nicht vollständig durchdacht

© CHRISTIAN MARQUARDT/EPA

Mit einer harten Ansage holte Tesla-Chef Elon Musk sein Team zurück in die Büros. Richtig vorbereitet scheint man den radikalen Schritt aber nicht zu haben.

Es war eine knallharte Entscheidung: Homeoffice gibt es bei Tesla nur, wenn man den Rest der Woche 40 Stunden im Büro verbracht hat – mindestens. Das kündigte der Chef Elon Musk per konzernweiter Mail Anfang Juni an. Und verband das mit einer unverhohlenen Drohung: Wen jemand nicht erscheine, würde das als Kündigung interpretiert, zog Musk eine harte Linie in den Sand. Nur umsetzen lassen sich die Pläne offenbar nicht.

Das geht aus einem Bericht des auf Enthüllungs-Berichte spezialisierten Portals “The Information” hervor. Demzufolge fanden die zahlreichen Mitarbeiter, die in Teslas Fabrik im kalifornischen Fremont zunächst mit einem Mangel an Parkplätzen gekämpft hatten, nicht nur zu wenige Schreibtische, sondern auch noch eine unzureichende Internet.

Angespannte Lage vor Ort

Die Park-Situation sei nach Angaben nicht genannter Mitarbeiter so schlimm, dass Tesla seine Leute mit Shuttles von externen Parkplätzen abholen lassen müsse. Einmal im Büro angekommen, warte schon das nächste Problem: Es gebe nicht genügend Schreibtische, um jedem einen eijenen Arbeitsplatz zu stellen. Einige Teile der Arbeitsbereiche seien im Laufe der Pandemie wohl anderweitig genutzt worden – und auch die gewachsenen Teams habe man offenbar nicht bedacht.

Die Situation sei offenbar so vertrackt, dass einige Mitarbeiter von ihren Chefs nach Hause geschickt wurden – um dort arbeiten zu können. Das entlastet dann auch das Internet: Es sei durch die zahlreichen Nutzer offenbar so sehr in die Knie gezwungen worden, dass an ein effektives Arbeiten nicht zu denken gewesen sei.

Wachstum nicht einkalkuliert

Schuld sei in erster Linie die aggressive Expansion des Konzerns. Seit 2019 – also etwa seit Beginn der Pandemie – habe sich die Belegschaft des Konzern etwa verdoppelt. Erst vor einem Monat hatte Musk einen Einstellungsstop verhängt – und nannte unter anderem die exzessiven Einstellungen als Grund. Mittlerweile werden Leute entlassen.

Für Musk geht es ums Prinzip: Er glaubt, dass nur bei Anwesenheit der richtige Arbeitsethos entstehe, erklärte er in der Mail. Und das gilt seiner Ansicht nach umso mehr, je höher der Beschäftigte in der Hierarchie steht. Musk selbst habe deswegen monatelang aus der Fabrik heraus gearbeitet – damit die Mitarbeiter sehen konnten, wie sehr er für die Vision brennt. “Wenn ich das nicht getan hätte, wäre Tesla schon lange pleite”, ist er überzeugt.

Mit der Rückkehr ins Büro hadern auch andere Konzerne. Während manche Unternehmen wie AirBnB ankündigten, unbegrenzt die freie Wahl beim Arbeitsort zu ermöglichen, versuchen andere Unternehmen wie Apple und Google die Mitarbeiter vorsichtig in die Konzernzentralen zurückzulocken. Dabei setzen sie auf verschiedene Strategien wie flexible Modelle mit einigen Bürotagen die Woche oder auch auf Spektakel wie Konzerte und Thementage im Büro. Welches Modell auf Dauer zieht, wird sich zeigen.

Quelle: The Information

See also:

Hochjubeln und runterjagen: Elon Musks skurrile Macht über den Bitcoin

Bill Gates schwärmt von seinem neuen Porsche – und wird von Elon Musk angeätzt

Leave a Reply

Your email address will not be published.